Nicola Donà, der alte Schrotflintencharmeur, ist mir durch seine Gastspiele mit der wunderbaren Mischpoke The Calorifer Is Very Hot!, später Calorifero, ans Herz gewachsen. Mittlerweile haben sich die drei erfreulichen italienischen Erscheinungen, aus denen sich die Gruppe rekrutierte, über die Zeitzonen verstreut. Bestimmt nur eine geschickte Verwirrungstaktik. Seit längerem schon operiert der gute Nick von New York aus und nennt sich Horrible Present. Seine Musik passt zu diesen schwülen Tagen wie Migräne, ist aber erheblich angenehmer.
Donnerstag, 27. Juni 2013
Sonnenlicht badete das goldene Glühen
Bitte einordnen unter:
Calorifero,
Horrible Present,
The Calorifer Is Very Hot
Mittwoch, 26. Juni 2013
Gebrabbel of nothing
Ich habe die Platte, von der Jan Freitag in der "Zeit" schreibt, nicht gehört. Aber sein Text ist so brunzdämlich, dass ich mich zu ihm äußere. Geschreibe über Popmusik ist ja meistens erbärmlich, vor allem das aus Deutschland. Aber dieser Blödsinn hebt sich sogar noch negativ von der Masse ab. Ganz schöne Leistung. Alle Zitate kommen aus dem Freitagtext.
Ist es klug, immer alles richtig machen zu wollen und so die ewig gleichen Fehler zu begehen – anhaltende Erfolglosigkeit, Ignoranz zu ernten, ignoriert zu werden? In der Musik ist das weder klug noch vernünftig. Sonst wären ja a) alle Kreativen Millionäre und b) alle Einfallslosen verarmt.
Das klingt doch mal nach bestechlicher Logik. "Weil es jedoch umgekehrt läuft" - nämlich alle Kreativen verarmt sind und alle Einfallslosen Millionäre - "gibt es Kreative wie Jens Rachut mit Bands wie NRFB." Jens Rachut, Superheld der Kreativen, vom Esel im umgekehrten Lauf, äh, Galopp verloren. Wird man eigentlich schon Millionär, wenn man einmal keine Idee hat? Verarmt man, wenn man mal versehentlich kreativ ist? Gibt es einen Mittelweg? Hui, ein schwierig zu begreifender Urschlamm, aus dem Rachut, der Titan, entstanden ist. Aber wer begreift schon Schlamm? Da macht man sich doch die Hände bei schmutzig. Wie auch immer, eine schwere Geburt bestimmt. Und Jens Rachut kommt nicht nur alleine, nein, er hat eine Band. Das hat er seinen "Geschwistern im Geiste" voraus; die sind vielleicht Bands, Solokünstler oder auch einfach nur Schwestern. Aber Rachut hat Band. NRBQ. Nein, leider nur NRFB, aber mir hat vieles gemundet, das der alte Koloss in die Welt geworfen hat, ich werde mir die Platte wahrscheinlich irgendwann anhören.
Zweifelsohne waren an Rachutbands oft die Texte das Augenfälligste, aber gerade seit er das konservative Punkrockgenre verlassen hat, finde ich es umso interessanter, wer da mitwirkt. Thomas Wenzel und Mense Reents zum Beispiel. Aber offenbar, siehe Bildunterschrift auf der "Zeit"-Seite, sind sie gar keine gleichberechtigten Mitmusiker, sondern nur zwei von vielen "Soldaten des Dilettantismus" unter General Rachut. Vielleicht sind sie einfach ganz gewöhnliche verarmte Kreative, die sich als Söldner verdingen müssen. Ich hoffe, Rachut passt gut auf, dass seine Soldaten nicht mal plötzlich für einen Moment unkreativ werden. Sonst sind sie plötzlich Millionäre und es hat sich ausgesöldnert. Mense Reents hat übrigens einstmals bei Huah gedient. Warum Jan Freitag ausgerechnet die als Referenz auswählte und nicht etwa Egoexpress oder Stella, deren Videos auf Viva liefen, oder Die Vögel, die man mit gutem Recht abfeiert, keine Ahnung, aber letztlich egal. Es geht ja um Jens Rachut, oder?
Ach, ja, und seine Geschwister im Geiste. Interessanterweise können die Geistesbrüder ihre Instrumente natürlich in Wirklichkeit spielen (wahrscheinlich sind sie heimliche Jazzer), tun aber, als sei das Gegenteil der Fall. Wowee zowee. Die Schwestern (Die Heiterkeit, die Grether-Schwester und Mary Ocher) aber "eher nicht, haben aber Spaß: an atmosphärischer Verstörung oder sinfonischem Müll, gruseliger Harmonie, genialer Disharmonie oder alles in einem". Was hat den Freitag denn da nun wieder geritten? Denkt der wirklich, nur Jungs könnten Musik? Und girls just wanna have fun? Oder ist mit ihm einfach der unbewusste Sexismus durchgegangen? Was auch immer der Grund für diese Gegenüberstellung sein mag; peinlich und scheiße ist sie allemal. Und sollte es sich wider Erwarten um eine Verkettung unglücklicher Zufälle handeln, die zu diesem Bild des dumpfen Chauvinismus führt: Berufsverbot, bitte!
Haben die Grether-Schwestern eigentlich eine neue Band namens "Grether-Schwestern"? Oder konnte Freitag nicht "Doctorella" schreiben, weil in der Band auch Jungs mitspielen? Und Jan Freitag nicht übers Herz brachte, denen nachzusagen, sie beherrschten ihr Handwerk nicht?
Ein Sextett ist NRFB, erfahren wir im nächsten Absatz. Sextett, Genderett, Schmenderett - wer das weibliche Drittel der Band ist, wird nicht erwähnt. Immerhin lässt Freitag uns wissen, dass "statt Gesang eine zweigeschlechtliche Proklamation ins militärische Schlagzeug" peitscht. Die Frau erscheint also in der Freitags Heldensage vom Rachitischen Jens nur als Beiwerk. Ein Vergleich wird dann noch mit den "baugleichen DAF" angestell - DAF bekanntermaßen auch ein Sextett, zwei Frauen und vier Männer, deren einer als brüllender Bär den Kapellmeister macht. Und man befindet, besser als bei NRFB ließe sich ein gewisser "Rocknihilismus kaum auf den Punk bringen". Ohne Punk und Koma, ohne Kopf und Kragen, mein lieber Schwan! Kennen Sie den Witz von dem Frosch der in roter Badehose durch die Gegend hüpft? Lassen Sie ihn sich erzählen, das lohnt sich, doch ich schweife ab.
Apropos Schweif, es geht ja noch immer um Jan Freitags erbärmliche Rezension. Zu einer Platte, die ich wie gesagt nicht gehört habe, aber auf der angeblich "nichts [...] greifbar, schön, von Wert gar sein [will]. Diese Art DIY pflegt die unbedingte Hässlichkeit, sie will abstoßen und nicht mal damit anziehen." Ähä. So ist das also jetzt bei den jungen Leuten. Kein Wunder, dass aus ihnen nur brotlose Kreative werden oder die Einfallsarmut sie zu Millionären macht. Die natürlich keine Idee haben können, wie sie das Geld ausgeben könnten. Diese Leute machen nun also Platten, die niemand hören soll? Oder höchstens einmal? Wir erinnern uns: Die Musik soll abstoßen und nicht dadurch anziehen. Was für eine Materialverschwendung dann. Vinyl wird knapp, liest man doch immer wieder. Ansonsten hätte das sicherlich auch Baudelaire so über sich gesagt. Und Baudelaire war nicht der schlechteste aller Dichter. Ob der Brot für seine Kunst bekam? Naja, er war Franzose, die wissen sich in solchen Situationen mit Kuchen zu behelfen. Mache ich übrigens auch, naja, also Snickers.
Aber Snickers oder Weißbrot, Baudelaire hat natürlich eine bestimmte Ästhetik verfolgt, die als Antiästhetik zu verkaufen zwar vollkommen logisch und billig war, aber die Welt aus den Angeln gehoben hat er auch nicht gerade. Eine heutige Leseschar ist sicherlich stärckeren Tobak gewohnt. Die ästhetische Sprengkraft gewann seine Lyrik im Rahmen ihrer Entstehungszeit. Und die war sicherlich allemal stärker als NRFB. Da finde ich jedes Grindcorekonzert anstrengender, weniger gefällig, wasweißich.
Hier geht es um Massengeschmacksverkehrung als Daseinsgrund,
- ähä...schade, wird nicht erläutert. Aber ich finde des Massengeschmack oft auch verkehrt -
der unablässig in viel zu hohen, tiefen, schiefen Stimmen kulminiert,
- schrill! schrill! und voll verschärft! -
die den leisesten Anflug instrumenteller Virtuosität nur so lange zulassen, bis Rachut Parolen wie Kill Mainstream darüber bellt.
Schrill! Grill! Krill! Kill! Nein, erwähnenswert virtuos ist da nichts, weder vor noch nach den Parolen, weder im An- noch im Abflug. Freitag hat nur wirr geträumt.
Der nächste Absatz ist auch doof, aber zu dem gelüstet es mich nicht, mich zu äußern. Danach wird es gleich interessanter: "Der Punk war seinerzeit zwar ein Versuch, das Flachwasser der Discowelle unterm radikalen Bruch aller Hörgewohnheiten trocken zu legen." Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Langsam wird's debil. Und die rassistische Discoplattenverbrennung von Chicago war ein emanzipatorischer Akt, oder was? Alter, merkst du noch was? Die eine oder andere Punkband hatte sicherlich ein "Disco Sucks"-Stück, und viele Punk-Nachgeburten sind discofeindlich eingestellt, aber nicht, weil das punk wäre (im Gegensatz Disco-affinen Gruppen wie Blondie oder The Slits oder The Dance oder The Au-Pairs), sondern weil es wie die meisten Menschen reaktionäre Idioten sind, that's why! Doch weiter im Text:
Dass Regelverachtung nicht vor Rendite schützt, hat allerdings selbst die geschäftstüchtigsten Punkerfinder überrascht
- Malcolm McLaren und Vivienne Westwood haben doch nicht geahnt, dass die Punkgeschichte Geld abwerfen könnte, als sie die Sex Pistols casteten -
und dürfte die Simplifizierung des Pop sogar forciert haben. Fortan wurde billig immer lukrativer, was in der Technoära den alten Menschheitstraum erfüllte, aus Scheiße Gold zu machen – womit wir beim zentralen Unterschied zu Rachut nebst Mitstreitern wären.
Früher waren alle Hits noch toll. "Wild Thing" zum Beispiel. Die waren nämlich noch nicht so simpel wie eine Single von Daft Punk. Da wurde noch mit Blut, Schweiß und Starckbier aus steinernen Humpen gehobelt. Doch zum Glück kommen Rachut und sein Wurmfortsatz. Und was machen die? Gold zu Scheiße? Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Aber nein, das ist es leider nicht. NRFB "entkoppeln sich [...] komplett von der Harmonielehre". Von welcher? Machen sie Zwölftonmusik? Oder so Sachen mit Vierteltonschritten? Wäre mir beim Ansichts- bzw. -hörungsmaterial nicht aufgefallen. Es klingt mir harmonisch doch, pfffffffff... nicht ungewöhnlicher als vieles, das in den letzten vierzig Jahren aus Punk- oder Populäravantgardeumfeldern gekommen ist. Vielleicht sollte Herr Freitag sich mal Platten jenseits des Schlagerradios anhören. Um ihn nicht zu sehr zu verstören, können wir ja bei Devo anfangen. Oder bei Roxy Music. Oder bei den Beach Boys. NRFB "haben vielleicht Spaß, aber kaum Erfolg. Das macht den neuen DIY wahrhaft renitent." Wow, das mache ich mit meinen Bands auch so. Und Zigtausende, die ich übers Musizieren kennengelernt habe. Mann, ich bin ziemlich cool.
Pure Vernunft darf niemals siegen, singen die gereiften Ich-Botschafter Tocotronic und wissen genau, dass sie es auch nie wird.
Ich habe es befürchtet. Und deshalb dürfen wohl auch immer solche Leute hinter die Schreibmaschine, anstatt dass man sie zwingt, selbige an den Nagel zu hängen.
Sonst stünde Lady Gaga dort, wo ihr Name hinführt: weit abseits der Aufmerksamkeit. Und NRFB auf der Stadionbühne.
Und da haben wir es wieder. Disco sucks like shit, Alder! Die können ja noch nicht einmal richtig Instrumente spielen! Was die machen, kann ich auch! Und ich, ich stapel hier Fernseher und die kriegen Geld für nix und Weibers für lau!
Ist es klug, immer alles richtig machen zu wollen und so die ewig gleichen Fehler zu begehen – anhaltende Erfolglosigkeit, Ignoranz zu ernten, ignoriert zu werden? In der Musik ist das weder klug noch vernünftig. Sonst wären ja a) alle Kreativen Millionäre und b) alle Einfallslosen verarmt.
Das klingt doch mal nach bestechlicher Logik. "Weil es jedoch umgekehrt läuft" - nämlich alle Kreativen verarmt sind und alle Einfallslosen Millionäre - "gibt es Kreative wie Jens Rachut mit Bands wie NRFB." Jens Rachut, Superheld der Kreativen, vom Esel im umgekehrten Lauf, äh, Galopp verloren. Wird man eigentlich schon Millionär, wenn man einmal keine Idee hat? Verarmt man, wenn man mal versehentlich kreativ ist? Gibt es einen Mittelweg? Hui, ein schwierig zu begreifender Urschlamm, aus dem Rachut, der Titan, entstanden ist. Aber wer begreift schon Schlamm? Da macht man sich doch die Hände bei schmutzig. Wie auch immer, eine schwere Geburt bestimmt. Und Jens Rachut kommt nicht nur alleine, nein, er hat eine Band. Das hat er seinen "Geschwistern im Geiste" voraus; die sind vielleicht Bands, Solokünstler oder auch einfach nur Schwestern. Aber Rachut hat Band. NRBQ. Nein, leider nur NRFB, aber mir hat vieles gemundet, das der alte Koloss in die Welt geworfen hat, ich werde mir die Platte wahrscheinlich irgendwann anhören.
Zweifelsohne waren an Rachutbands oft die Texte das Augenfälligste, aber gerade seit er das konservative Punkrockgenre verlassen hat, finde ich es umso interessanter, wer da mitwirkt. Thomas Wenzel und Mense Reents zum Beispiel. Aber offenbar, siehe Bildunterschrift auf der "Zeit"-Seite, sind sie gar keine gleichberechtigten Mitmusiker, sondern nur zwei von vielen "Soldaten des Dilettantismus" unter General Rachut. Vielleicht sind sie einfach ganz gewöhnliche verarmte Kreative, die sich als Söldner verdingen müssen. Ich hoffe, Rachut passt gut auf, dass seine Soldaten nicht mal plötzlich für einen Moment unkreativ werden. Sonst sind sie plötzlich Millionäre und es hat sich ausgesöldnert. Mense Reents hat übrigens einstmals bei Huah gedient. Warum Jan Freitag ausgerechnet die als Referenz auswählte und nicht etwa Egoexpress oder Stella, deren Videos auf Viva liefen, oder Die Vögel, die man mit gutem Recht abfeiert, keine Ahnung, aber letztlich egal. Es geht ja um Jens Rachut, oder?
Ach, ja, und seine Geschwister im Geiste. Interessanterweise können die Geistesbrüder ihre Instrumente natürlich in Wirklichkeit spielen (wahrscheinlich sind sie heimliche Jazzer), tun aber, als sei das Gegenteil der Fall. Wowee zowee. Die Schwestern (Die Heiterkeit, die Grether-Schwester und Mary Ocher) aber "eher nicht, haben aber Spaß: an atmosphärischer Verstörung oder sinfonischem Müll, gruseliger Harmonie, genialer Disharmonie oder alles in einem". Was hat den Freitag denn da nun wieder geritten? Denkt der wirklich, nur Jungs könnten Musik? Und girls just wanna have fun? Oder ist mit ihm einfach der unbewusste Sexismus durchgegangen? Was auch immer der Grund für diese Gegenüberstellung sein mag; peinlich und scheiße ist sie allemal. Und sollte es sich wider Erwarten um eine Verkettung unglücklicher Zufälle handeln, die zu diesem Bild des dumpfen Chauvinismus führt: Berufsverbot, bitte!
Haben die Grether-Schwestern eigentlich eine neue Band namens "Grether-Schwestern"? Oder konnte Freitag nicht "Doctorella" schreiben, weil in der Band auch Jungs mitspielen? Und Jan Freitag nicht übers Herz brachte, denen nachzusagen, sie beherrschten ihr Handwerk nicht?
Ein Sextett ist NRFB, erfahren wir im nächsten Absatz. Sextett, Genderett, Schmenderett - wer das weibliche Drittel der Band ist, wird nicht erwähnt. Immerhin lässt Freitag uns wissen, dass "statt Gesang eine zweigeschlechtliche Proklamation ins militärische Schlagzeug" peitscht. Die Frau erscheint also in der Freitags Heldensage vom Rachitischen Jens nur als Beiwerk. Ein Vergleich wird dann noch mit den "baugleichen DAF" angestell - DAF bekanntermaßen auch ein Sextett, zwei Frauen und vier Männer, deren einer als brüllender Bär den Kapellmeister macht. Und man befindet, besser als bei NRFB ließe sich ein gewisser "Rocknihilismus kaum auf den Punk bringen". Ohne Punk und Koma, ohne Kopf und Kragen, mein lieber Schwan! Kennen Sie den Witz von dem Frosch der in roter Badehose durch die Gegend hüpft? Lassen Sie ihn sich erzählen, das lohnt sich, doch ich schweife ab.
Apropos Schweif, es geht ja noch immer um Jan Freitags erbärmliche Rezension. Zu einer Platte, die ich wie gesagt nicht gehört habe, aber auf der angeblich "nichts [...] greifbar, schön, von Wert gar sein [will]. Diese Art DIY pflegt die unbedingte Hässlichkeit, sie will abstoßen und nicht mal damit anziehen." Ähä. So ist das also jetzt bei den jungen Leuten. Kein Wunder, dass aus ihnen nur brotlose Kreative werden oder die Einfallsarmut sie zu Millionären macht. Die natürlich keine Idee haben können, wie sie das Geld ausgeben könnten. Diese Leute machen nun also Platten, die niemand hören soll? Oder höchstens einmal? Wir erinnern uns: Die Musik soll abstoßen und nicht dadurch anziehen. Was für eine Materialverschwendung dann. Vinyl wird knapp, liest man doch immer wieder. Ansonsten hätte das sicherlich auch Baudelaire so über sich gesagt. Und Baudelaire war nicht der schlechteste aller Dichter. Ob der Brot für seine Kunst bekam? Naja, er war Franzose, die wissen sich in solchen Situationen mit Kuchen zu behelfen. Mache ich übrigens auch, naja, also Snickers.
Aber Snickers oder Weißbrot, Baudelaire hat natürlich eine bestimmte Ästhetik verfolgt, die als Antiästhetik zu verkaufen zwar vollkommen logisch und billig war, aber die Welt aus den Angeln gehoben hat er auch nicht gerade. Eine heutige Leseschar ist sicherlich stärckeren Tobak gewohnt. Die ästhetische Sprengkraft gewann seine Lyrik im Rahmen ihrer Entstehungszeit. Und die war sicherlich allemal stärker als NRFB. Da finde ich jedes Grindcorekonzert anstrengender, weniger gefällig, wasweißich.
Hier geht es um Massengeschmacksverkehrung als Daseinsgrund,
- ähä...schade, wird nicht erläutert. Aber ich finde des Massengeschmack oft auch verkehrt -
der unablässig in viel zu hohen, tiefen, schiefen Stimmen kulminiert,
- schrill! schrill! und voll verschärft! -
die den leisesten Anflug instrumenteller Virtuosität nur so lange zulassen, bis Rachut Parolen wie Kill Mainstream darüber bellt.
Schrill! Grill! Krill! Kill! Nein, erwähnenswert virtuos ist da nichts, weder vor noch nach den Parolen, weder im An- noch im Abflug. Freitag hat nur wirr geträumt.
Der nächste Absatz ist auch doof, aber zu dem gelüstet es mich nicht, mich zu äußern. Danach wird es gleich interessanter: "Der Punk war seinerzeit zwar ein Versuch, das Flachwasser der Discowelle unterm radikalen Bruch aller Hörgewohnheiten trocken zu legen." Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Langsam wird's debil. Und die rassistische Discoplattenverbrennung von Chicago war ein emanzipatorischer Akt, oder was? Alter, merkst du noch was? Die eine oder andere Punkband hatte sicherlich ein "Disco Sucks"-Stück, und viele Punk-Nachgeburten sind discofeindlich eingestellt, aber nicht, weil das punk wäre (im Gegensatz Disco-affinen Gruppen wie Blondie oder The Slits oder The Dance oder The Au-Pairs), sondern weil es wie die meisten Menschen reaktionäre Idioten sind, that's why! Doch weiter im Text:
Dass Regelverachtung nicht vor Rendite schützt, hat allerdings selbst die geschäftstüchtigsten Punkerfinder überrascht
- Malcolm McLaren und Vivienne Westwood haben doch nicht geahnt, dass die Punkgeschichte Geld abwerfen könnte, als sie die Sex Pistols casteten -
und dürfte die Simplifizierung des Pop sogar forciert haben. Fortan wurde billig immer lukrativer, was in der Technoära den alten Menschheitstraum erfüllte, aus Scheiße Gold zu machen – womit wir beim zentralen Unterschied zu Rachut nebst Mitstreitern wären.
Früher waren alle Hits noch toll. "Wild Thing" zum Beispiel. Die waren nämlich noch nicht so simpel wie eine Single von Daft Punk. Da wurde noch mit Blut, Schweiß und Starckbier aus steinernen Humpen gehobelt. Doch zum Glück kommen Rachut und sein Wurmfortsatz. Und was machen die? Gold zu Scheiße? Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Aber nein, das ist es leider nicht. NRFB "entkoppeln sich [...] komplett von der Harmonielehre". Von welcher? Machen sie Zwölftonmusik? Oder so Sachen mit Vierteltonschritten? Wäre mir beim Ansichts- bzw. -hörungsmaterial nicht aufgefallen. Es klingt mir harmonisch doch, pfffffffff... nicht ungewöhnlicher als vieles, das in den letzten vierzig Jahren aus Punk- oder Populäravantgardeumfeldern gekommen ist. Vielleicht sollte Herr Freitag sich mal Platten jenseits des Schlagerradios anhören. Um ihn nicht zu sehr zu verstören, können wir ja bei Devo anfangen. Oder bei Roxy Music. Oder bei den Beach Boys. NRFB "haben vielleicht Spaß, aber kaum Erfolg. Das macht den neuen DIY wahrhaft renitent." Wow, das mache ich mit meinen Bands auch so. Und Zigtausende, die ich übers Musizieren kennengelernt habe. Mann, ich bin ziemlich cool.
Pure Vernunft darf niemals siegen, singen die gereiften Ich-Botschafter Tocotronic und wissen genau, dass sie es auch nie wird.
Ich habe es befürchtet. Und deshalb dürfen wohl auch immer solche Leute hinter die Schreibmaschine, anstatt dass man sie zwingt, selbige an den Nagel zu hängen.
Sonst stünde Lady Gaga dort, wo ihr Name hinführt: weit abseits der Aufmerksamkeit. Und NRFB auf der Stadionbühne.
Und da haben wir es wieder. Disco sucks like shit, Alder! Die können ja noch nicht einmal richtig Instrumente spielen! Was die machen, kann ich auch! Und ich, ich stapel hier Fernseher und die kriegen Geld für nix und Weibers für lau!
Bitte einordnen unter:
DAF,
Die Heiterkeit,
Dilettantismus,
DIY,
Doctorella,
Grether-Schwestern,
Huah,
Jens Rachut,
Mary Ocher,
Mense Reents,
NRFB,
Sexismus,
Thomas Wenzel
Montag, 22. Oktober 2012
Sieben mal vier
Ich habe in den letzten ca. drei Tagen eine EP mit einem Billigstmikro und einem Vierspurrekorder aufgenommen. Sieben Lieder sind nun in die Welt geworfen, zusammengehalten von einem Kassettenband.
Dienstag, 1. November 2011
Dienstag, 25. Oktober 2011
Sunglasses & Scarf
Had a hard time sharing this via the usual social media. No idea why. Anyhow, I made a mixtape that sounds like Hamburg's weather today. Sunny. Windy. Chilly. Funny mood, favourite songs.
Sonntag, 17. Juli 2011
Of transistors and The Ladybug: an interview with Gary Olson
2011 doesn't seem to be a bad time, music-wise. After some seriously horrible years during which it was hard to fill a top-5-list, this year has been generous with great records, one of which is the long awaited new album by The Ladybug Transistor: "Clutching Stems". A good reason to sit down for a chat with the band's singer/producer Gary Olson, innit? We talked about recording, the future of the music industry, Harry Nilsson and, naturally, the record (listen to it here).
Gary Olson: Why thank you, Master Henning. Just let me swipe these cobwebs away from the loveseat. Shall I draw the curtains?
Q: I must apologize...my hoover broke. It's been four years since the last album's release – how long did you actually work on „Clutching Stems“?
A: Oh, we have been playing some of the songs for 3 years now and then slowly built up another batch. Once we got into the studio it was our usual 9 month process. Basic tracking, procrastination, writers block, mixing meltdown until we finally gave birth to our 7th child
Q: To my ears, the songs on the new album sound lighter than the previous records. Do you have an explanation for that? Or is it just me?
A: It's difficult for me to be the objective one, but yes there could be more than a few on the new album that are a bit less heavy in arrangement. It's also the first record where we've embraced some digital recording, so it may be a bit "cleaner" sounding then some of our earlier albums.
Q: The Ladybug Transistor's sound has changed a lot since the first album. How would you describe the road you've been down so far?
A: Well, the first two albums were really studio projects masquerading as a band. I was playing a lot of the instruments myself along with our original drummer Ed powers. By the time we recorded our third LP „The Albemarle Sound“, Jeff, Sasha and Jennifer were full time members and Ladybug became a proper band, writing together and touring lots. My role around that time shifted away from playing instruments and I began to focus more on my singing and the recording/production side of Ladybug. band membership has ebbed and flowed over time but we've had a pretty steady crew with me, Eric, Michael, Julia and Kyle for almost four years now… Kyle had been with us for six of those and Julia since the Albemarle days. Our newest recruit is Mark Dzula who partnered in writing a lot music for Clutching Stems. He plays guitar with us whenever he can.
Q: As a producer, you seem to have been pretty busy in the last coupla years. Crystal Stilts, Frankie Rose, The Cinema Red And Blue, … is there a record you'd say you're most proud of?
A: It's a special relationship with the Crystal Stilts. In my engineering work it's been wonderful to help them carry their vision to completion. We spent a lot of time on their last LP „In Love With Oblivion“ … about 6 months on and off. In that time they became welcome faces around the house. JB has great focus when they are mixing and is really a master at giving them distinct sound. I'm a big Comet Gain fan so of course it was wonderful to work with David Feck and the gang on Cinema Red and Blue. That record was recorded very quickly and really benefits from from the spontaneity. I love the sound of something coming together. I'm glad to have helped Frankie get things off the ground with her first single and it's nice to see that she's on to greater things.
Q: The records all sound from one another. Still I'd say one can hear the Olsoncraft. Would you say there's a distinctive Olson sound?
Ha, well it depends on the project. I recently did a couple records for bands who like to record live to tape with very few overdubs. That was The Beets, Beachniks and German Measles. On those records you get a real sense of the room and feel the interaction of the group. It's a musical tightrope which brings a lot of immediacy to those recordings. It's nice to just let those situations happen and work with the limitations of 16 tracks of tape.
I do plenty of projects that are more layered and are recorded into Logic (recording program). It's a whole different approach with shaping and editing sounds but with using my usual microphones and preamps. I enjoy both ways of working.
Q: I've worked with producers who push musicians in order to make them do things they'd never thought of – and producers who hardly interfere in the songwriting and instead apply their magical musical skills when the band is done recording. How closely do you interact with the musicians?
A: It really depends on the group. A band like the Beets play three or four shows a week with songs bursting at the seems. In that case I really try to my best to make them at home in the studio and capture as much of their live energy as I can. Some solo artists come to me alone without much but a song and acoustic guitar. They want more input from me when it comes to color and arrangement and trust mixing to me. That's more of a case of building a song up one track at a time.
Q: What's the difference between recording with the Ladybug Transistor and recording another band? For you, as a producer.
A: It's harder to be objective with Ladybug as it's too close to me so I tend to work on something for a bit and then come back to it later for a fresh listen. I'm always writing as we are going along up until mixing so there is a lot of revision and honing of my vocals and lyrics.
Q: Are you a gear nerd?
A: Ah, somewhat I guess. I've been slow on purchases lately and more into working with what I have. Some of my favorites are the UA 6176 mic pre/compressor which I use on almost everything. My studio partner Bill just restored a 50s Neumann U47 and that is a truly gorgeous sounding microphone. I also love old Ampeg guitar amps… dark sounding with rich reverb and nice optical tremolo.
Q: Is it true you're running a hostel for Scandinavian musicians?
A: I think my phone number and address is written on the wall of the bathroom at JFK. Yes, we run a small bed and breakfast
Q: What's the most exciting recent record for you?
A: In two words: Tanks Amigo!
Q: Record companies have been in a crisis since mp3 made music accessible for everybody and for free. One cannot really expect big money from the companies these days. What would you say is the most viable option for an artist to be independent AND have control over where the money goes?
A: I really can't say. It seems the industry is in such a huge transition. No one seems to want to pay for mp3s. One of the only ways to make a significant amount of money for independent artists seems to be in publishing and ad work. We are starting to see a little bit of income from streaming services. It seems to be getting better. The way people listen to music has changed so rapidly that it's going to take a while for the industry to catch up. Hopefully in a few more years it will be fairer to smaller artists.
Q: What's your favourite Harry Nilsson record?
A: I can't say I own a single thing. Would I like him? Maybe a bit to quirky for me.
The Bashful Dodger: Thank you for your time, Mister Olson!
Gary Olson: The pleasure was all mine.
Interview
The Bashful Dodger: Welcome to my humble home, Herr Olson, have a seat.Gary Olson: Why thank you, Master Henning. Just let me swipe these cobwebs away from the loveseat. Shall I draw the curtains?
Q: I must apologize...my hoover broke. It's been four years since the last album's release – how long did you actually work on „Clutching Stems“?
A: Oh, we have been playing some of the songs for 3 years now and then slowly built up another batch. Once we got into the studio it was our usual 9 month process. Basic tracking, procrastination, writers block, mixing meltdown until we finally gave birth to our 7th child
Q: To my ears, the songs on the new album sound lighter than the previous records. Do you have an explanation for that? Or is it just me?
A: It's difficult for me to be the objective one, but yes there could be more than a few on the new album that are a bit less heavy in arrangement. It's also the first record where we've embraced some digital recording, so it may be a bit "cleaner" sounding then some of our earlier albums.
Q: The Ladybug Transistor's sound has changed a lot since the first album. How would you describe the road you've been down so far?
A: Well, the first two albums were really studio projects masquerading as a band. I was playing a lot of the instruments myself along with our original drummer Ed powers. By the time we recorded our third LP „The Albemarle Sound“, Jeff, Sasha and Jennifer were full time members and Ladybug became a proper band, writing together and touring lots. My role around that time shifted away from playing instruments and I began to focus more on my singing and the recording/production side of Ladybug. band membership has ebbed and flowed over time but we've had a pretty steady crew with me, Eric, Michael, Julia and Kyle for almost four years now… Kyle had been with us for six of those and Julia since the Albemarle days. Our newest recruit is Mark Dzula who partnered in writing a lot music for Clutching Stems. He plays guitar with us whenever he can.
Q: As a producer, you seem to have been pretty busy in the last coupla years. Crystal Stilts, Frankie Rose, The Cinema Red And Blue, … is there a record you'd say you're most proud of?
A: It's a special relationship with the Crystal Stilts. In my engineering work it's been wonderful to help them carry their vision to completion. We spent a lot of time on their last LP „In Love With Oblivion“ … about 6 months on and off. In that time they became welcome faces around the house. JB has great focus when they are mixing and is really a master at giving them distinct sound. I'm a big Comet Gain fan so of course it was wonderful to work with David Feck and the gang on Cinema Red and Blue. That record was recorded very quickly and really benefits from from the spontaneity. I love the sound of something coming together. I'm glad to have helped Frankie get things off the ground with her first single and it's nice to see that she's on to greater things.
Q: The records all sound from one another. Still I'd say one can hear the Olsoncraft. Would you say there's a distinctive Olson sound?
Ha, well it depends on the project. I recently did a couple records for bands who like to record live to tape with very few overdubs. That was The Beets, Beachniks and German Measles. On those records you get a real sense of the room and feel the interaction of the group. It's a musical tightrope which brings a lot of immediacy to those recordings. It's nice to just let those situations happen and work with the limitations of 16 tracks of tape.
I do plenty of projects that are more layered and are recorded into Logic (recording program). It's a whole different approach with shaping and editing sounds but with using my usual microphones and preamps. I enjoy both ways of working.
Q: I've worked with producers who push musicians in order to make them do things they'd never thought of – and producers who hardly interfere in the songwriting and instead apply their magical musical skills when the band is done recording. How closely do you interact with the musicians?
A: It really depends on the group. A band like the Beets play three or four shows a week with songs bursting at the seems. In that case I really try to my best to make them at home in the studio and capture as much of their live energy as I can. Some solo artists come to me alone without much but a song and acoustic guitar. They want more input from me when it comes to color and arrangement and trust mixing to me. That's more of a case of building a song up one track at a time.
Q: What's the difference between recording with the Ladybug Transistor and recording another band? For you, as a producer.
A: It's harder to be objective with Ladybug as it's too close to me so I tend to work on something for a bit and then come back to it later for a fresh listen. I'm always writing as we are going along up until mixing so there is a lot of revision and honing of my vocals and lyrics.
Q: Are you a gear nerd?
A: Ah, somewhat I guess. I've been slow on purchases lately and more into working with what I have. Some of my favorites are the UA 6176 mic pre/compressor which I use on almost everything. My studio partner Bill just restored a 50s Neumann U47 and that is a truly gorgeous sounding microphone. I also love old Ampeg guitar amps… dark sounding with rich reverb and nice optical tremolo.
Q: Is it true you're running a hostel for Scandinavian musicians?
A: I think my phone number and address is written on the wall of the bathroom at JFK. Yes, we run a small bed and breakfast
Q: What's the most exciting recent record for you?
A: In two words: Tanks Amigo!
Q: Record companies have been in a crisis since mp3 made music accessible for everybody and for free. One cannot really expect big money from the companies these days. What would you say is the most viable option for an artist to be independent AND have control over where the money goes?
A: I really can't say. It seems the industry is in such a huge transition. No one seems to want to pay for mp3s. One of the only ways to make a significant amount of money for independent artists seems to be in publishing and ad work. We are starting to see a little bit of income from streaming services. It seems to be getting better. The way people listen to music has changed so rapidly that it's going to take a while for the industry to catch up. Hopefully in a few more years it will be fairer to smaller artists.
Q: What's your favourite Harry Nilsson record?
A: I can't say I own a single thing. Would I like him? Maybe a bit to quirky for me.
The Bashful Dodger: Thank you for your time, Mister Olson!
Gary Olson: The pleasure was all mine.
Bitte einordnen unter:
Crystal Stilts,
Gary Olson,
Hammjamm,
Interview,
The Ladybug Transistor
Mittwoch, 18. Mai 2011
Grass Widow: 7“ + Tour
San Franciscos famose Grass Widow (Kill Rock Stars) kommen endlich nach Europa. Auf dem Weg hierher holen sie noch ihre neue Single “Milo Minute“ ab; ich kann Ihnen sagen, das wird fabelhaft!
Die feine FSK-Sendung No Fish On Friday und die Honeyheads sind außer sich vor Freude, am 8. Juni die Hamburger Etappe der Tour im Goldenen Salon zu präsentieren. Gemeinsam mit Tape Life, bei denen ja auch Jonas von den vorzüglichen Sleeping Policemen spielt. Es wird ein Fest, das kann gar nicht anders sein! Die hönigliche Martina hat eigenhändig einen Flyer gebraten, sehen Sie sich das Prachtstück an:
Grass Widow sind nach wie vor zu dritt, alle singen, die Instrumente auf Aufputschmitteln, die Vocals auf Downern, die Texte der Art, wie man sie auf dem Beiblatt mitlesen möchte, während man die Hausaufgaben bis zum nächsten Morgen in der Bahn prokrastiniert. Weil man sich diese fremde Poetik erschließen möchte. Muss. Die Musik und die Welt um sie herum, mit der man sich vollkommen zurecht das Halbjahreszeugnis verhagelt, klingt so:
Grass Widow - Fried Egg by killrockstars
Apropos Welt um diese Musik: wo wir es schon mit einer Kill-Rock-Stars-Band zu tun haben, sei an dieser Stelle Tobi Vail von Bikini Kill zum Thema Grass Widow zitiert: “Grass Widow are like the Raincoats or The Minutemen or even The Melvins in method, meaning they create their own formalistic, aesthetic universe with its own internal logic. They don’t sound like they are following anyone’s rules at all.”
Und es sei, Welt-um-diese-Musik-die-Zwote, ein wunderbares Buch ans hungrige Herz gelegt, nämlich “Girls To The Front“ von Sara Marcus über Pop, Feminismus und DIY. Am Beispiele von Bikini Kill, Bratmobile und anderen. Homebase: Riot Grrrl, deren erstes Treffen von Bikini-Kill-Protagonistin Kathleen Hanna initiiert wurde. Womit wir also wieder bei Fanzines und Selbstmacherei angelangt wären. Bei Netzwerken, die nicht Seilschaften oder zwanghafte Selbsbereicherungsvehikel sind. Die das Wissen um die Produktionsmittel von der blöden Aura der elitären Geheimwissenschaft befreien. Die demonstrieren, dass alle ein Recht haben, hier zu sein und sich zu äußern. Dass vermeintliche Schwächen kein Makel sind. Die einem verraten, wie man eine Platte macht.
Grass Widow haben sich darauf verlassen, dass es irgendwie geht. Eine Handvoll Konzerte und Flüge gebucht und dann auf ihrer Seite gepostet, dass man noch an diesem und jenem Daten in dieser und jener Stadt suche. Manchmal muss man einfach fragen. Und unbedingt einfach machen.
Und anderen zeigen, dass es geht. Siehe hierzu auch dieses feine Interview mit den Damen, in dem man auch mehr zur Sprache der Texte, Gender&Musik und zum Spiegelei erfährt:
Grass Widow interview at Upset The Rhythm by ruthbarnesDie feine FSK-Sendung No Fish On Friday und die Honeyheads sind außer sich vor Freude, am 8. Juni die Hamburger Etappe der Tour im Goldenen Salon zu präsentieren. Gemeinsam mit Tape Life, bei denen ja auch Jonas von den vorzüglichen Sleeping Policemen spielt. Es wird ein Fest, das kann gar nicht anders sein! Die hönigliche Martina hat eigenhändig einen Flyer gebraten, sehen Sie sich das Prachtstück an:
(Flyer by e_mol)
Grass Widow sind nach wie vor zu dritt, alle singen, die Instrumente auf Aufputschmitteln, die Vocals auf Downern, die Texte der Art, wie man sie auf dem Beiblatt mitlesen möchte, während man die Hausaufgaben bis zum nächsten Morgen in der Bahn prokrastiniert. Weil man sich diese fremde Poetik erschließen möchte. Muss. Die Musik und die Welt um sie herum, mit der man sich vollkommen zurecht das Halbjahreszeugnis verhagelt, klingt so:
Grass Widow - Fried Egg by killrockstars
Apropos Welt um diese Musik: wo wir es schon mit einer Kill-Rock-Stars-Band zu tun haben, sei an dieser Stelle Tobi Vail von Bikini Kill zum Thema Grass Widow zitiert: “Grass Widow are like the Raincoats or The Minutemen or even The Melvins in method, meaning they create their own formalistic, aesthetic universe with its own internal logic. They don’t sound like they are following anyone’s rules at all.”
Und es sei, Welt-um-diese-Musik-die-Zwote, ein wunderbares Buch ans hungrige Herz gelegt, nämlich “Girls To The Front“ von Sara Marcus über Pop, Feminismus und DIY. Am Beispiele von Bikini Kill, Bratmobile und anderen. Homebase: Riot Grrrl, deren erstes Treffen von Bikini-Kill-Protagonistin Kathleen Hanna initiiert wurde. Womit wir also wieder bei Fanzines und Selbstmacherei angelangt wären. Bei Netzwerken, die nicht Seilschaften oder zwanghafte Selbsbereicherungsvehikel sind. Die das Wissen um die Produktionsmittel von der blöden Aura der elitären Geheimwissenschaft befreien. Die demonstrieren, dass alle ein Recht haben, hier zu sein und sich zu äußern. Dass vermeintliche Schwächen kein Makel sind. Die einem verraten, wie man eine Platte macht.
Grass Widow haben sich darauf verlassen, dass es irgendwie geht. Eine Handvoll Konzerte und Flüge gebucht und dann auf ihrer Seite gepostet, dass man noch an diesem und jenem Daten in dieser und jener Stadt suche. Manchmal muss man einfach fragen. Und unbedingt einfach machen.
Und anderen zeigen, dass es geht. Siehe hierzu auch dieses feine Interview mit den Damen, in dem man auch mehr zur Sprache der Texte, Gender&Musik und zum Spiegelei erfährt:
Bitte einordnen unter:
Bikini Kill,
Grass Widow,
Interview,
Kill Rock Stars,
Sara Marcus,
Sleeping Policemen,
Tape Life
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